Tannhäuser - Bayreuther Festspiele
Wieviel Revolution ist möglich?
von Georg Kasch
Bayreuth, 25. Juli 2019. Mit diesen Kunstrevoluzzern würde man gerne mal durch die Welt brausen: eine coole, schöne, selbstbewusste Frau Venus am Steuer, neben ihr Clown Tannhäuser, der aussieht, als hätte Ronald Macdonald zu viel gefeiert, hinten die schwarze Dragqueen Le Gateau Chocolat und der Blechtrommler Oscar. In jenem kastenförmigen Citroën, in dem einst Marina Abramovic und Ulay jahrelang unterwegs waren, bringen sie Plakate und Flyer mit den Wagner-Worten "Frei im Wollen, frei im Tun, frei im Genießen" unters Volk und nieten dabei auch schon mal einen Jägerzaun um. Oder einen Polizisten. Das ist der Tabubruch, bei dem Tannhäuser aussteigt in Tobias Kratzers Inszenierung von Richard Wagners "Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg".