Nur gute Nachrichten mit Happy End

von Leopold Lippert

Graz, 28./29. September 2012. Am Beginn von "33 rounds and a few seconds" steht ein Selbstmord. Der junge Libanese Diyaa Yamout hat sich umgebracht, weil das Leben sinnlos sei, wie er in einem Abschiedsbrief beteuert. Zurück bleibt sein Arbeitszimmer in Beirut, wo die Elektronik auf gespenstische Weise weiterlebt. Auf die kleine, kaum fünf Meter breite Bühne hat Samar Maakaroun alles gestellt, was der völlig vernetzte Mensch in der späten Moderne so braucht: Fernseher, Telefon, Anrufbeantworter, Faxgerät, Laptop mit aktivem Facebook-Profil, Smartphone, W-Lan Router, Radiowecker mit großer LED-Zeitanzeige. Der Plattenspieler, auf dem Jacques Brel zu Beginn der Inszenierung gemächlich seine 33 Runden in der Minute dreht, wirkt in diesem Kontext antiquiert.