In der Sperrzone

von Verena Großkreutz

Pforzheim, 23. Januar 2015. Wer verlässt schon seine Heimat, seine Familie, seine Freunde freiwillig, begibt sich grundlos aufs dünne Eis der Fremde? In ein Land, dessen Sprache er nicht mächtig ist? "Ohne Sprache ist man tot", sagt die irakische Chemikerin, die mit ihrer Familie 2001 vor dem Krieg in ihrem Lande floh, "man kann gar nichts machen. Sprache ist wie die Augen, Sprache ist Sehen". Sie landete in Pforzheim. Ihre Flucht fand ein gutes Ende. Sie und ihre Familie wurden eingebürgert. "Ich wollte Sicherheit für uns. Die haben wir", sagt sie. Jeden Tag träume sie aber von Bagdad, "von Bagdad wie es früher einmal war". Jetzt ist ihre Herzensstadt zerstört.